Wofür wir kämpfen

Manifest

WO sind sie: hochwertige Dokumentarfilme, faszinierende Reportagen, Dokusoaps aus dem echten Leben und engagierte Magazinfilme? Stück für Stück verschwinden sie von den Bildschirmen. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen ersetzt sie durch Mainstream, Ratespiele, Singspiele und Talkshows. Im Privatfernsehen fristet das Dokumentarische trotz guter Quoten ein Nischendasein.

WIR sind die freien Regisseure/innen. Die mit ihrer dokumentarischen Arbeit für Qualität garantieren und die Quote als Herausforderung annehmen. Die mit ihren Filmen Fragen stellen: Wie leben wir und wie wollen wir leben? Die sich mit Filmen für Transparenz, Toleranz und Darstellung politischer wie gesellschaftlicher Zusammenhänge engagieren. Die Geschichten von Menschen und ihrem Leben in einer komplexen Welt erzählen.

Aber wir sind auch die, deren Filme gezeigt werden, wenn das Publikum schon längst schläft. Die arbeiten und nicht mehr davon leben können. Die erst die Hoffnung und dann das Filmemachen aufgeben: denn statt sich zu verbessern, verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen stetig.

WER ist verantwortlich? Öffentlich-rechtliche Sender, die unsere Filme jederzeit gerne zur Rechtfertigung ihres Auftrags heranziehen, aber dafür nicht fair bezahlen wollen. Deren Verantwortliche dafür sorgen, dass das Dokumentarische verschwindet, und gleichzeitig dessen Wichtigkeit beteuern. Private Fernsehsender, die sich mit ihrem Info-Anteil schmücken - der tatsächlich aus journalistischer Billigarbeit und mittels  Ausbeutung von engagierten Menschen entsteht, die sich wünschen in einer spannenden und kreativen Branche zu arbeiten. Produktionsfirmen, die mit Hinweis auf schmale Senderbudgets Lohndumping betreiben und Konkurrenzverhältnisse ausnutzen. In denen Praktikanten und Volontäre nicht ausgebildet, sondern ausgebeutet werden.

WIR fordern:
ES MUSS EIN ENDE HABEN
MIT DEM ENDE DES DOKUMENTARISCHEN IM FERNSEHEN.