Wofür wir kämpfen

Forderungen und Ziele

1. Schaffung eines Qualitätssiegels „Dok-Regisseur/in“

Durch die Festlegung klarer Aufnahmekriterien für unseren Berufsverband legen wir fest, wer sich Dok-Regisseur/Dok-Regisseurin nennen kann. Damit verhindern wir eine weitere, schleichende Abwertung unseres Berufsstandes – und damit einhergehend die schlechtere Bezahlung. Auf der anderen Seite schaffen wir damit ein Gütesiegel und garantieren Sendern und Produzenten Qualität, Professionalität und Verlässlichkeit.

2. Entwicklung eines klaren Berufsbildes

Welche Arbeit gehört bei welchem Filmprojekt zu unseren Aufgaben? Was muss extra entlohnt werden? Nur wenn wir klar definieren, wie viel und welche Arbeit für die unterschiedlichen Formate und Genres geleistet werden muss, können wir ermitteln, welche Bezahlung für unsere Arbeit angemessen ist. Wir brauchen Daten, Fakten, Informationen aus dem Alltag des Dok-Regisseurs. Wir entwickeln einen Gagenspiegel, um den Status Quo zu dokumentieren.

3. Angemessene Bezahlung

Bezahlung und Arbeitsbedingungen im dokumentarischen Bereich haben sich in den letzten 20 Jahren verschlechtert. Die Regiegagen sind nicht gestiegen, sondern real gesunken, obwohl die Herstellung von Filmminuten noch nie so günstig war wie heute. Unser Ziel ist die Durchsetzung einer angemessenen Mindestvergütung unserer Arbeit, die einen rechtsverbindlichen Charakter hat und damit einklagbar ist. Durch zähes und regelmäßiges Nachverhandeln werden wir dafür sorgen, dass einmal Erreichtes auch beibehalten bzw. verbessert wird.

4. Kampf den Pauschalgagen

Alles Dokumentarische lebt vom Unerwarteten und Unkalkulierbaren. Mit der bequemen Pauschalbezahlung wird dieses genretypische Risiko ganz den Dok-Regisseuren/innen aufgebürdet. Obwohl sie nicht Unternehmer und am Gewinn eines Films beteiligt sind.
Das muss sich ändern! Wir fordern angemessene Tagesgagen. Das bedeutet, dass im Gegensatz zur heutigen Situation alle angefallenen Arbeiten auch bezahlt werden. Längere Recherche-, Dreh- oder Schnittzeit bedeuten mehr Arbeit und damit auch eine höhere Bezahlung. Pressearbeit, Fotos, Rechteklärungen, VJ-Arbeit – jede Leistung muss bezahlt werden. Wenn Pauschalgagen nicht zu umgehen sind, dann müssen sie so ausgelegt sein, dass der Dok-Regisseur über genügend Spielraum verfügt, ohne selbst in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Als Verband werden wir allgemein verbindliche Vereinbarungen mit Sendern und Produzenten anstreben.

5. Bezahlung der Recherche- und Projektentwicklungsarbeit

Das Risiko von Themensuche, Stoffentwicklung und Protagonistensuche kann nicht länger bei den Regisseuren/innen bzw. Autoren/innen liegen. Auch diese Arbeit muss in Zukunft bezahlt werden. Wir werden Modelle entwickeln, wie diese Bezahlung aussehen kann und diese bei Sendern und Produktionsfirmen durchsetzen. Wenn Sender und Produktionsfirmen für Vorleistung bezahlen, werden sie mehr Interesse haben, dass die Projekte auch umgesetzt werden.

6. Wiederholungshonorare und Urheberrechte

Wir kämpfen für Wiederholungshonorare unabhängig von Sendezeit und Sendeplätzen. Nur so können wir angemessen an der zunehmenden Mehrfachverwertung unserer Arbeit beteiligt werden.

7. Filmförderung

Die meisten Förderungssysteme sind nicht auf die Bedürfnisse von Dok-Regisseuren ausgelegt. Es gibt zu wenige Projektentwicklungs-Förderungen. Die in Kinoprojekten kalkulierbaren Gagen sind viel zu niedrig. Hier ist Lobbyarbeit dringend notwendig. Über den Bundesverband Regie bekommen wir Zutritt zu den entsprechenden Gremien und Entscheidungsrunden und können dort unsere Interessen vertreten und durchsetzen.

8. Langfristige Lobbyarbeit

Um auf lange Sicht unsere Lage zu verbessern, müssen wir professionelle Lobbyarbeit leisten, mit der wir Einfluss auf Förderungsgremien, Parteien und Institutionen erlangen, die für das kulturelle Leben in Deutschland zuständig sind und die Verteilung der finanziellen Mittel steuern. Dabei geht es auch darum, das Bewusstsein für die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung von dokumentarischen Inhalten zu schaffen und zu schärfen. Nur wenn es uns gelingt, Druck auf Fernsehsender und Förderungsgremien aufzubauen, haben wir eine Chance mit unseren Forderungen Gehör zu finden.

9. Zusammenarbeit mit anderen Verbänden

Zusammen mit den anderen Interessensverbänden der Dokumentarfilmschaffenden (AG DOK / IG Medien / Produzentenallianz / DJV) kämpfen wir für die Stärkung von dokumentarischen Inhalten im Fernseh- und Filmbereich. Der Kampf gegen Quotendruck, Formatierung und die Verdrängung dokumentarischer Sendeplätze ist eines unserer Hauptanliegen, das wir mit kreativen Mitteln und dem Einfluss unseres Verbandes verfolgen werden.

10. Mit allen Mitteln!

Es ist klar, dass es nicht leicht sein wird die Situation der Dok-Regisseure grundsätzlich zu verändern. Wir werden alle Register ziehen müssen. Arbeitsrechtliche Schritte gegen Sender und Produktionsfirmen, öffentliches Anprangern besonders skandalöser Arbeitsverhältnisse. Und in letzter Konsequenz: Die Entwicklung von kreativen Streikformen, um unsere Ziele durchzusetzen. Andere Berufsverbände im Ausland haben gezeigt, dass es Mittel und Wege gibt. Wenn alles Verhandeln nichts bringt, dann hilft nur der Streik.